
Wie lange lebst du schon vegan?
Seit 2016.
Was waren deine Gründe, sich vegan zu ernähren?
Vegetarierin war ich bereits seit meinem 16. Lebensjahr. Ausschlaggebend waren dann meine Kinder, die neugierig waren und auch jemanden in der Schule haben, der vegan lebt und dann gesagt haben, können wir das nicht auch mal ausprobieren.
Ist dir etwas schwer gefallen?
Zuhause im häuslichen Umfeld gar nicht, da finde ich es ganz einfach. Schwer fällt es mir, auszugehen, essen zu gehen und ungezwungen in eine Speisekarte zu gucken. Wir gehen seit meiner Umstellung auf die vegane Lebensweise einfach nicht mehr so viel essen wie früher. Und das machen mein Mann und ich eigentlich so gerne.
Fehlt dir etwas?
Die Leichtigkeit, irgendwo ins Restaurant zu gehen. Es wäre daher toll, wenn es ein großer Trend auch in den kleineren Städten wäre und es mehr Angebote gäbe. In den Großstädten scheint es einfacher zu sein. An Nährstoffen fehlt mir hingegen gar nichts. Ich habe das Gefühl, dass wir mit der veganen Ernährung gesünder leben als jemals zuvor. Ich habe früher nicht so viel selbst gekocht wie heute oder ich dachte, es wäre kochen und es war tatsächlich doch eher ein „Aufwärmen“. Ich habe das Kochen so richtig erst mit der veganen Ernährung gelernt. Meine Küche ist dadurch viel reichhaltiger geworden.
Wie hat dein Umfeld reagiert?
Meine Familie hat sehr positiv reagiert, meine Kinder wollten das ja auch ausprobieren. Und mein Mann lebt seitdem auch vegan, wobei er vorher ganz normal Fleisch gegessen hat. Es hat für uns alle eine Normalität bekommen. Bei unseren Freunden war zwar erstmal etwas Angst da, aber da wir gleich signalisiert haben, dass wir nichts Außergewöhnliches erwarten (wir essen auch einfach nur Pommes und einen Salat), nahm das vielen dann die Sorge, dass es kompliziert sein muss.
Hat sich dein Körper / deine Gesundheit verändert?
Ich habe dadurch etwas Gewicht reduziert. Mein ganzes Leben hat sich aber dadurch verändert, in dem Sinne, dass ich eine andere Wahrnehmung zum Essen, zu frischen Lebensmitteln habe.
Ist dein Lifestyle z. B. in Bezug auf
Kleidung und Kosmetika jetzt ein anderer?
Mein Konsum hat sich schon umgestellt, wenn ich etwas Neues kaufe. Dann achte ich auf vegane Kosmetika. Aber ich stress mich damit nicht und benutze manchmal noch Kosmetika, die ich vorher gut vertragen habe. Ich probiere aber auch gern Neues aus.
Was nervt dich am meisten, wenn du auf Nichtveganer triffst?
Am meisten nervt mich, wenn Leute etwas fragen, aber nicht wirklich die Antworten hören wollen. Und es nervt mich, wenn sie dann zu mir sagen: „Aber das darfst du doch nicht“, also wenn mir dann jemand moralisch kommt und sagt: „Aber du hast ja Lederschuhe an“, auch wenn ich die schon seit zehn Jahren trage. Ich mache bestimmt nicht alles richtig, ich bin auch fehlbar und das nervt mich doch am meisten, wenn andere meinen, mir sagen zu müssen, ich mache nicht alles richtig.
Was isst du am liebsten, was ist dein Soul Food?
Ich mag nach wie vor sehr gern die italienische Küche: Pizza und Pasta. So wie meine Gnocchis. Einfach und mit wenig Zutaten. Lieber wenig und dafür frisch.
Was für eine Welt wünschst du dir?
Ich glaube schon, dass es dahin gehen wird, dass sich immer mehr Menschen pflanzlich ernähren. „Die Zukunft is(s)t vegan“. Das würde ich mir wünschen.
Mein Tipp für den veganen Start:
Erst mal in einem herkömmlichen Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt schauen, was ich bekomme. Es gibt auch ein prima Buch „Vegan für Faule“, das hat mir am Anfang sehr geholfen. Fleischersatzprodukte braucht man meiner Meinung nach zunächst nicht. Lieber mit den Sachen kochen, die man vorher auch schon kannte und damit eine Vielfalt hinbekommen.
CLAUDIAS GNOCCHIS MIT PAPRIKASOSSE

ZUTATEN FÜR 2 PORTIONEN
GNOCCHIS450 g mehlige Kartoffeln
Meersalz
100 g Mehl und etwas für die Arbeitsfläche
10 g Kartoffelstärke
PAPRIKASOSSE 2 rote Paprika
1-2 Knoblauchzehen
250 g Cherrytomaten
4 EL Olivenöl
150 ml Sojasahne
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
GNOCCHIS
Kartoffeln waschen und in kochendem Salzwasser 25 Minuten kochen. Anschließend abgießen, abkühlen und pellen. Kartoffeln zerstampfen und mit Mehl, ½ TL Meersalz und Kartoffelstärke zu einem Teig verkneten. Den Teig ein paar Minuten ruhen lassen. Arbeitsfläche mit Mehl bestäuben und den Teig zu einer 2 cm dicken Rolle formen, dann etwa 1 cm große Stücke abschneiden. Salzwasser zum Kochen bringen und die Gnocchis wenige Minuten in dem heißen Wasser ziehen lassen, bis sie an die Oberfläche schwimmen. Dann die Gnocchis aus dem Topf rausnehmen.
PAPRIKASOSSE
Paprikas waschen und in grobe Stücke schneiden. Knoblauch in Scheiben schneiden. Tomaten waschen und halbieren. Das Olivenöl in einem kleinen Topf erhitzen. Paprika und Knoblauch unter Rühren kurz darin anbraten. Tomaten hinzugeben und etwa 3 Minuten bei starker Hitze kochen. Alles zusammen mit der Sojasahne mit einem Pürierstabs pürieren, anschließend nach Geschmack salzen und pfeffern.
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